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§ 2 · Wissen · Grundlagen · 6 Min.

Die 5 Kennzahlen, die du vor jedem Kauf kennen musst

Wer eine Immobilie als Kapitalanlage bewertet, braucht keine 50 Kennzahlen — aber fünf sollte man im Schlaf beherrschen und vor allem verstehen, was sie nicht aussagen.

Bruttomietrendite

Die Bruttomietrendite (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) ist die schnellste Überschlagsrechnung. Sie ignoriert allerdings Kaufnebenkosten und laufende Kosten komplett — sie taugt zum Vorsortieren von Exposés, nicht zur Kaufentscheidung.

Kaufpreisfaktor

Der Kaufpreisfaktor ist ihr Kehrwert (Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete) und die in Deutschland gebräuchlichste Vergleichsgröße. Ein Faktor von 20 bedeutet: Die Immobilie kostet 20 Jahresmieten. In A-Städten sind Faktoren über 25 üblich, in B- und C-Lagen findet man 15 bis 22. Ein niedriger Faktor ist aber kein Schnäppchen-Beweis — oft preist er Leerstandsrisiko oder Sanierungsstau ein.

Nettomietrendite

Die Nettomietrendite rechnet ehrlicher: (Jahreskaltmiete − nicht umlagefähige Kosten) ÷ Gesamtinvestition inklusive aller Nebenkosten. Sie liegt typischerweise 1 bis 1,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite.

Cashflow

Der Cashflow beantwortet die Frage, ob du monatlich Geld nachschießen musst: Kaltmiete minus Bewirtschaftung minus Kreditrate. Ein negativer Cashflow ist nicht automatisch schlecht — er muss aber bewusst getragen werden können und durch Tilgung und Wertsteigerung überkompensiert werden.

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite zeigt den Hebeleffekt der Finanzierung: (Jahres-Cashflow + Tilgung) ÷ eingesetztes Eigenkapital. Sie kann durch wenig Eigenkapital beeindruckend hoch werden — steigt dann aber im Gleichschritt mit dem Risiko.

Faustregel: Rechne jedes Objekt mit dem Objektrechner einmal komplett durch, bevor du eine Besichtigung vereinbarst. Zehn Minuten Rechnen ersparen viele vergebliche Termine.