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§ 2 · Wissen · Objektbewertung · 5 Min.

Rote Flaggen bei der Besichtigung einer Eigentumswohnung

Bei Eigentumswohnungen kaufst du nicht nur vier Wände, sondern eine Mitgliedschaft in einer Eigentümergemeinschaft (WEG). Die größten finanziellen Risiken stecken deshalb in den Unterlagen, nicht im Sichtbeton.

Fordere vor der Besichtigung an: die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen, die aktuelle Hausgeldabrechnung mit Wirtschaftsplan, die Teilungserklärung und die Höhe der Instandhaltungsrücklage. Ein seriöser Verkäufer liefert das ohne Zögern.

Die drei größten roten Flaggen

Rote Flagge Nummer eins: eine niedrige Instandhaltungsrücklage bei älterem Gebäude. Steht eine Dachsanierung oder ein neuer Aufzug an und die Rücklage ist leer, droht eine Sonderumlage — schnell fünfstellig pro Eigentümer.

Rote Flagge Nummer zwei: In den Protokollen tauchen immer wieder vertagte Sanierungsbeschlüsse auf. Das deutet auf eine zerstrittene oder zahlungsschwache Gemeinschaft hin, die notwendige Maßnahmen blockiert.

Rote Flagge Nummer drei: hohe Hausgeld-Rückstände einzelner Eigentümer in der Abrechnung. Zahlungsausfälle in der WEG treffen indirekt alle.

Im Objekt selbst

Hier zählen die Klassiker: Feuchtigkeitsränder in Keller und Bad, Zustand von Fenstern, Heizung (Baujahr! Stichwort GEG), Elektrik und Steigleitungen. Ein Blick in den Energieausweis ist Pflicht — energetisch schlechte Objekte (Klasse F bis H) können künftige Sanierungspflichten bedeuten und sind schwerer wiederzuverkaufen.

Nutze die Besichtigungs-Checkliste zum Abhaken direkt vor Ort — und rechne jede ernsthafte Kandidatin vorher einmal komplett durch.